Stellungnahmen liga-bw
19 Jun

Zumeldung zur Pressemeldung der BAGFW vom 19.06.2024: Liga-BW unterstreicht den Apell „Sozialkürzungen verhindern!“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zeigt anhand einer aktuellen Erhebung, wie notwendig Investitionen in die soziale Infrastruktur sind. Mehr als drei Viertel aller sozialen Dienste und Einrichtungen sehen eine (weitere) Reduzierung ihres Angebotes ab 2025 unter den derzeitigen Bedingungen als notwendig an. 662 Einrichtungen aus Baden-Württemberg waren an der bundesweiten Umfrage beteiligt.

„Die Ergebnisse der BAGFW-Umfrage sind alarmierend und bestätigen unsere Beobachtungen in Baden-Württemberg, dass Angebote aufgrund einer mangelnden Finanzierung zunehmend von Schließung bedroht sind“ erklärt Marc Groß, Vorstandsvorsitzender der Liga-BW. Laut heute veröffentlichten Zahlen der BAGFW haben rund zwei Drittel aller Einrichtungen ihr Angebot in den letzten zwei Jahren aufgrund einer mangelnden Finanzierungsgrundlage zurückfahren müssen; mehr als Drei Viertel sehen diesen Schritt ab 2025 auf sich zukommen.

Das bedeutet, es fehlen zunehmend etwa ausreichend Angebote zur Beratung und Begleitung von Geflüchteten oder von Jugendlichen und Familien in Überlastungssituationen. „Wenn Menschen die Unterstützung, die sie dringend brauchen, jetzt nicht bekommen, ist das nicht nur ein falsches Signal an alle Betroffenen sondern auch extrem kurzsichtig: mangelnde Akuthilfen oder Präventionsangebote werden stets mittelfristig zu verschärften Krisensituationen der Menschen führen. Und dann braucht es nochmal mehr Hilfe“ erklärt Groß weiter. Auch die Finanzierung der Freiwilligendienste sei im Haushalt weiterhin sicherzustellen, da hierüber zahlreiche Angebote Sozialer Arbeit gestützt werden.

Letztlich gehe es auch darum, im Land wie im Bund die Solidarität in unserer Gesellschaft durch stabile Sozialhaushalte zu stärken, denn auch in Baden-Württemberg steht die Planung des kommenden Landeshaushaltes vor der Tür. „Wir appellieren daher an alle Verantwortlichen in den Haushaltsdebatten, hier die richtigen Entscheidungen zu treffen. Kürzungen dürfen nicht zugelassen werden und neue Investitionen, wie im Bereich der Kindergrundsicherung oder im Gewaltschutz für Frauen müssen in den Haushalt einfließen!“, mahnt der Liga-Vorsitzende abschließend an.

Hintergrund:

Die BAGFW hat heute den Bericht „Sozialkürzungen verhindern. In Zusammenhalt investieren. Umfrage zur finanziellen Lage der sozialen Arbeit“ veröffentlicht. Die Bundesregierung verhandelt derzeit den Haushaltsplan 2025, der bis Anfang Juli beschlossen werden soll.