Zum Internationalen Tag der Pflegenden würdigt die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V. (Liga-BW) den unverzichtbaren Beitrag des Pflegepersonals für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Gleichzeitig mahnt sie, dass die derzeit diskutierten Eckpunkte der Pflegereform 2026 die angekündigten Ziele aus dem Koalitionsvertrag verfehlen.
Die bereits bekannten Eckpunkte der geplanten Pflegereform des Bundes, lassen aus Sicht der Wohlfahrtsverbände noch einige Wünsche offen: „Statt Pflegende zu stärken, drohen Leistungskürzungen, höhere Eigenanteile und zusätzliche Belastungen für pflegebedürftige Menschen, Angehörige und Beschäftigte.“ sagt Beatrix Vogt-Wuchter, Vorstandsvorsitzende der Liga-BW.
Besonders kritisch bewerten die Wohlfahrtsverbände die geplante Begrenzung der Tarifrefinanzierung in der häuslichen Krankenpflege sowie restriktivere Zugangsregelungen zu Pflegeleistungen. „Diese Maßnahmen konterkarieren das Ziel, Pflegeberufe aufzuwerten, Prävention zu stärken und die häusliche Pflege zu stabilisieren. Sie gefährden stattdessen die Versorgung zahlreicher Menschen, auch in Baden-Württemberg – und die soziale Gerechtigkeit gerät genauso ins Wanken!“, so Vogt-Wuchter weiter.
Der heutige Aktionstag nimmt Pflegende in den Fokus und macht vor diesem Hintergrund die Relevanz adäquater Rahmenbedingungen deutlich. „Mitarbeitende in der Pflege verdienen Dank sowie verlässliche politische Rahmenbedingungen“, betont die Liga-Vorsitzende. Zum Tag der Pflegenden fordert die Liga-BW daher eine echte Strukturreform der Pflegeversicherung: mit einer verlässlichen Finanzierung unter Beteiligung des Bundes, einer wirksamen Begrenzung der pflegebedingten Eigenanteile, vollständiger Anerkennung tariflicher Vergütung sowie einem konsequenten Bürokratieabbau.
„Wer Pflege zukunftsfest machen will, muss die Arbeit der Pflegenden absichern – heute und für die kommenden Jahre.“ appelliert Vogt-Wuchter abschließend. Denn auch hier gilt: Soziales ist Zukunft. Pflege ist Zukunft.
