02 Dez.

Unter dem Titel ” Schwer erreichbar – das Hilfesystem oder die Menschen?” war es Ziel der von über 170 Gästen und Teilnehmenden besuchten Veranstaltung am 28.11.2025 “Impulse zur Versorgung von schwer erreichbaren) psychisch erkrankten Menschen” zu geben. Bereits in den dialogischen Grußworten von Sozialminister Manne Lucha, Liga-Vorsitzender Beatrix Vogt-Wuchter und KVJS-Verbandsdirektorin Kristin Schwarz wurde deutlich, welche Fortschritte die Psychiatrie-Enquête ermöglicht hat und welche Herausforderungen bleiben, um wirklich alle Menschen zu erreichen.

In seinem Impulsvortrag zeigte Karsten Giertz (Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.) wissenschaftlich fundiert die Entstehungsbedingungen auf, die zu sog. „Hard to reach“-Situationen für betroffene Menschen führen, und legte dar welche Perspektiven sich für die psychosoziale Versorgung ableiten lassen. Ergänzt wurde dies durch Perspektiven von Selbsthilfevertreter:innen, die äußerst authentisch leidvolle Erfahrugnen von Ausgrenzung und Ohnmacht durch fehlende Hilfen schilderten. Auch Beiträge von VErtreter:innen der Kommunen und Leistungserbringer sowie von medizinischen Strukturen zeigten deutlich: es braucht auch heute immer noch eine intensive Auseinandersetzung mit den Strukturen und Gelingensbedingungen für eine gute Versorgung der (schwer) erkrankten Menschen zur Überwindung von Zuständigkeitsfragen, Fachkräftemangel oder fehlender Finanzierung.

Nach einer intensiven Workshopphase konnten die Teilnehmenden u. a. diese Kernbotschaften formulieren:

  • Es gibt erfolgreiche Angebote, die den Personenkreis erreichen.
  • Beziehungsarbeit lohnt sich und wirkt
  • Das Hilfesystem muss sich an die Menschen anpassen, nicht umgekehrt.
  • Regionale Versorgungsverpflichtung und verbindliche Kooperation aller Akteure sind nötig.
  • Recovery-Orientierung und die Einbindung von Expert:innen aus Erfahrung sind essenziell.
  • Angehörige müssen gestärkt und eingebunden werden.
  • Erreichbare psychiatrische Behandlung bleibt unverzichtbar.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den kommunalen Landesverbänden statt. Ein großer Dank für eine gelungene Moderation geht an Juliane Langer.