13 Feb.

Vorstellung neuer Studie bei „Soziales ist Zukunft! – Liga trifft Politik” in Stuttgart

Unter dem Titel „Soziales ist Zukunft – Liga trifft Politik“ lud die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg (Liga-BW) heute Kandidierende für die Landtagswahl zum fachpolitischen Austausch über die soziale Daseinsvorsorge ein. Im thematischen Fokus standen Angebote für Migrant:innen und Hilfe zur Integration. Die Liga-BW stellte dabei Ergebnisse ihrer aktuellen SROI-Analyse (Social Return on Investment) zur Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) vor, die einen messbaren ökonomischen und gesellschaftlichen Mehrwert der Angebote verdeutlicht.

Die Ergebnisse der SROI-Analyse im Auftrag der Liga-BW sind eindeutig: Bereits im ersten Beratungsjahr verhindert die MBE landesweit Folgekosten in Höhe von rund 216,8 Millionen Euro. Je investiertem Euro werden damit durchschnittlich mehr als 25 Euro an Folgekosten vermieden. Bei längerem Beratungsverlauf steigt dieser Effekt weiter an – im zweiten Beratungsjahr liegt der Social Return on Investment bei über 35 Euro pro eingesetztem Euro. „Diese Zahlen machen unmissverständlich deutlich: Die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte ist kein Kostenfaktor, sondern eine hochwirksame gesellschaftliche Investition“, betonte Dr. Marco Lang, Vorstand der Liga-BW im Rahmen der Veranstaltung.

Die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) ist ein bundesgefördertes Angebot der Freien Wohlfahrtspflege, welches zunehmend durch Eigenanteile der Träger querfinanziert werden muss. Angesichts angespannter öffentlicher Haushalte und zunehmender Finanzierungslücken rückte bei der Veranstaltung „Soziales ist Zukunft – Liga trifft Politik“ insbesondere die Frage in den Fokus, welche Wirkungen die MBE bei den Klient:innen ebenso wie der Gesellschaft, den Kommunen und auch öffentlichen Haushalte in Baden-Württemberg erbringt.

„Jeder Euro, der heute in verlässliche Integrationsberatung investiert wird, entlastet morgen Sozialhaushalte, Kommunen und Regelstrukturen.“, so Lang. Berücksichtigt werden in der Wirkungsanalyse unter anderem vermiedene Kosten in der Sozialverwaltung, im Gesundheits- und Justizsystem sowie positive Effekte auf Arbeitsmarktintegration, Bildungsbeteiligung, materielle Absicherung und psychisches Wohlbefinden der Ratsuchenden. Die MBE wirke damit frühzeitig stabilisierend und verhindere das Entstehen langfristiger Problemlagen.

Die Teilnehmenden vor Ort waren sich einig, dass eine gelungene Integration einen Mehrwert für alle bedeutet. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs und des demografischen Wandels brauche Baden-Württemberg wirksame Integrationsstrukturen. „Die MBE ist ein zentraler Integrationsmotor für unser Land – wirtschaftlich effizient, sozial stabilisierend, flächendeckend wirksam und damit für eine nachhaltige Integrationspolitik unverzichtbar!“, so der Liga-Vorstand.

Zahlreiche Angebote der sozialen Daseinsvorsorge sind als präventive Maßnahmen im Gesundheits- und Sozialsystem zu betrachten, die grundsätzlich effektiver seien als nachgelagerte Interventionen. „Die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich belegt und muss daher unbedingt künftig auch in politischen Entscheidungen deutlicher sichtbar werden.“ so der Appell der Liga-BW. Die MBE ist dafür ein plakatives Beispiel, wie Dr. Marco Lang resümiert: „Integration kostet Geld – fehlende Integration kostet ein Vielfaches.“

Mit der Veranstaltungsreihe „Soziales ist Zukunft – Liga trifft Politik“ bringt die Liga-BW im Vorfeld der Landtagswahl 2026 wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und Praxiserfahrungen gezielt in den politischen Dialog ein. Ziel ist es, die Bedeutung sozialer Daseinsvorsorge sichtbar zu machen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft Baden-Württembergs zu entwickeln.