13 Mai

GEMEINSAME PRESSMITTEILUNG

Landesfamilienrat BW und Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai

Die Wohlfahrtsverbände in Baden-Württemberg fordern gemeinsam mit dem Landesfamilienrat ein koordiniertes, belastbares und ausreichend finanziertes Netz an Angeboten und Unterstützungsmöglichkeiten für Familien. Eine solche Familienförderstrategie dient auch der Armutsvermeidung. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Förderstrategie soll daher bald an Kontur gewinnen.

Alle Familien brauchen Informationen, Austausch, Beratung und Unterstützung an verschiedenen Stellen im Lebenslauf. Das ist bereits in „normalen“ Zeiten wichtig. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, wie dringend Kinder, Jugendliche und Familien vor Ort auf niedrigschwellige Hilfen und Beratung angewiesen sind. Seit einiger Zeit zeigen sich die Verwerfungen der Corona-Zeit, die mit besonderer psychischer Belastung und gestiegenem Hilfebedarf einhergeht. Ein wachsender Bedarf an Beratung und Unterstützung ergibt sich aktuell auch für Geflüchtete aus der Ukraine – überwiegend Mütter mit ihren Kindern.

Weil die Armut von Kindern immer die Armut von Familien bedeutet, müssen sich wirksame Hilfen der Förderung und Unterstützung nicht nur an die Kinder, sondern an die Familie als Ganzes richten. Dabei geht es um finanzielle Leistungen und Infrastrukturangebote, die im Sinne einer wirksamen Gesamtstrategie gut miteinander verzahnt werden und durch ein Lotsensystem allen zugänglich sind. Letztlich geht es um eine umfassende und schlüssige Familienförderstrategie. Ein solches Hilfenetz sollte prinzipiell alle Familien im Blick haben, es muss aber für Familien in Benachteiligungslagen dichter geknüpft werden.

„Baden-Württemberg hat hier schon viel zu bieten,“ so die Vorsitzende des Landesfamilienrates Professorin Christel Althaus, „es fehlt aber noch an Systematisierung und Verbindlichkeit. Trotz ihrer großen Bedeutung gilt Familienförderung meist nur als freiwillige Leistung der Kommune. Familienförderung als Gesamtstrategie sollte aber ein gemeinsames Anliegen des Landes und der Kommunen sein“.

Dazu Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Vorsitzende der Liga-BW: „Die Maßnahmen, Einrichtungen und Dienste innerhalb einer Familienförderstrategie müssen nachhaltig ausgestaltet und in ihrer Finanzierung gesichert sein. Daher brauchen wir ein Landesgesetz, das eine solche Strategie für alle Beteiligten verlässlich macht“

Der Landesfamilienrat und die Liga der Freien Wohlfahrtspflege fordern das Land dazu auf, die ersten Schritte ab dem Herbst einzuleiten und das Vorhaben nicht auf die lange Bank zu schieben. Für die Ausarbeitung stehen der Landesfamilienrat und die Liga-BW als Partner gerne zur Verfügung.

Der Internationale Tag der Familie am 15. Mai 2022 ist ein von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufener Tag zur Bekräftigung der Bedeutung von Familien. Das Motto des diesjährigen Aktionstages lautet: „Mehr Familie. In die Zukunft – Fertig los“. Rund um den 15. Mai, den Internationalen Tag der Familie, machen Bündnisse in ganz Deutschland auf ihre Arbeit aufmerksam.

Der Landesfamilienrat Baden-Württemberg ist der Zusammenschluss von Verbänden und Organisationen, die landesweit in der Arbeit für und mit Familien engagiert sind. Er ist ein unabhängiger und weltanschaulich neutraler Anwalt und Partner für die Belange von Familien und beteiligt sich aktiv an der Meinungsbildung politischer Entscheidungsträger. Dabei ist es das vorrangige Ziel, die Lebensqualität und damit die Rahmenbedingungen für Familien und das Leben mit Kindern zu verbessern.

Die elf Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege sind die größten Anbieter von Diensten und Leistungen der Sozialen Arbeit in Baden-Württemberg. In enger Kooperation treten sie als Liga-BW für die Interessen hilfsbedürftiger und sozial benachteiligter Menschen auf allen Ebenen ein. Gegründet am 22. September 1952 ist die Liga-BW 2022 bereits seit 70 Jahren politisch aktiv. In Vertretung von über 290.000 Beschäftigten in rund 6.000 Einrichtungen und Diensten in Baden-Württemberg sowie ihrer Klient:innen wird die Liga auch in Zukunft, stets aktuell und zielgerichtet, wichtiges Sprachrohr in allen Feldern der Sozialen Arbeit sein.

Pressekontakt:

Rosemarie Daumüller, Geschäftsführerin Landesfamilienrat Baden-Württemberg, Gymnasiumstraße 43, 70174 Stuttgart,Telefon: 0711/625930, mail: info@landesfamilienrat.de, www.landesfamilienrat.de

Dr. Mareike Bröcheler, Referentin für Grundsatzfragen, Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V., Stauffenbergstraße 3, 70173 Stuttgart, Tel.: 0711/61967-12, Mail: broecheler@liga-bw.de, www.liga-bw.de

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