Unter dem Titel „Soziales ist Zukunft – Liga trifft Politik“ luden die Liga der freien Wohlfahrtpflege in Baden-Württemberg (Liga-BW) und die Liga Kreis Ludwigsburg heute Kandidat:innen der Wahlkreise Ludwigsburg, Vaihingen und Bietigheim-Bissingen für die Landtagswahl 2026 zu einem offenen Dialog über die Bedeutung und die Sicherung der sozialen Daseinsvorsorge ein. Besonderer Fokus lag dabei auf Angeboten und Diensten zur Erschließung und Sicherung von (bezahlbarem) Wohnraum, der Wohnungsnotfallhilfe sowie den Hilfen zum Gewaltschutz für Frauen, die in der Region derzeit durch feste Angebote oder Projekte vorgehalten werden – mit teils unsicherer Zukunft.
Das im Jahr 2025 in Kraft getretene Gewalthilfegesetz fordert einen bedarfsgerechten Ausbau an Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen – ein Thema, welches die Region Ludwigsburg in den letzten Monaten besonders bewegt hat: der Bau eines zweiten Frauenhauses konnte jüngst bewilligt werden. „Gewaltschutz muss politische Priorität haben! Das ist angesichts der steigenden Zahlen der von Gewalt betroffenen Frauen ebenso geboten wie mit Blick auf den gesetzlichen Auftrag, den wir inzwischen glücklicherweise haben.“ erklärt die Vorstandsvorsitzende der Liga-BW, Beatrix Vogt-Wuchter.
Die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg appellieren an einen flächendeckenden Ausbau des Präventions- und Hilfenetzwerks. „Wir können uns nicht länger leisten, so viele Betroffene ablehnen zu müssen.“ konstatiert die Liga-Vorsitzende. „Schließlich sehen wir auch: Frauen mit Kindern, die im Frauenhaus untergebracht sind oder waren, haben größte Not, im Anschluss eine Wohnung zu finden. Sie sind neben vielen anderen Menschen, etwa mit niedrigen Einkommen, damit eine besondere Zielgruppe, die am Wohnungsmarkt heute scheitert. Das können wir so nicht länger hinnehmen!“ so die Liga-Vorsitzende weiter. Ab 2027 geht die Sicherstellungsverantwortung im Rahmen des Gewalthilfegesetzes auf das Land über; derzeit liegt sie noch bei den Kommunen. Ein weiterer Grund, das Thema weiter in den politischen Fokus zu rücken. Der Aspekt der Täter-Arbeit dürfe dabei ebenso nicht vergessen werden. „Wir sollten zwei dringende sozialpolitische Herausforderungen – die Wohnraumsicherung und den Gewaltschutz für Frauen – unbedingt zusammen denken. Davon profitieren letztendlich nicht nur wenige, sondern zahlreiche Menschen in Baden-Württemberg“ resümiert Beatrix-Vogt-Wuchter.
Im Rahmen ihrer Kampagne „Soziales ist Zukunft!“ macht die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg darauf aufmerksam, wie sehr soziale Angebote die Menschen durchs Leben tragen – in jeglichen Lebenslagen, von der Kindheit bis ins hohe Alter. „Wir sehen derzeit an vielen Stellen, wie die soziale Infrastruktur bröckelt. Wir freuen uns daher über den offenen Dialog, den wir hier heute erlebt haben und appellieren an unsere zukünftige Landesregierung, hier entschieden gegenzusteuern.“, erklärt Beatrix Vogt-Wuchter, die Vorstandsvorsitzende der Liga-BW anlässlich der Veranstaltung. Neben akuter Hilfe in Krisensituationen würden soziale Angebote eine solidarische Gesellschaft stabilisieren und zudem hohen Folgekosten vorbeugen, die bei nicht erhaltenen Hilfen im Sozial- und Gesundheitssystem entstehen.
Die vorgestellten Praxisbeispiele verschafften den Kandidierenden Einblicke in die Themen Wohnraumerschließung (Projekt „TürÖffner“ der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz), Wohnraumsicherung und Wohnungsnotfallhilfe (Ökumenische Wohnungsnotfallhilfe Ludwigsburg) sowie Gewaltschutz für Frauen (Angebote von Frauen für Frauen e. V. in Ludwigsburg). Dabei wurde in vielfacher Hinsicht deutlich: Menschen in existenziellen Notlagen, wie sie durch Gewalterfahrungen oder (drohende) Wohnungslosigkeit entstehen, brauchen niedrigschwellige Zugänge zu kompetenten Hilfestrukturen.
„Unsere Aufgabe als freie Wohlfahrtspflege ist es, die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und in ihrem Sinne eine nachhaltig ausgerichtete, soziale Politik mitzugestalten“, erklärt die Liga-Vorsitzende „Die Landtagswahl 2026 bietet die Chance, die soziale Daseinsvorsorge zukunftsfest zu gestalten. Wir sind bereit, unsere Ansätze und Ideen auch in der neuen Landesregierung mit einzubringen.“ so Beatrix Vogt-Wuchter abschließend.
