Landesförderung Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

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Damen und Herren Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg
Mitglieder im Finanzausschuss;
Fraktionsvorsitzende;
Sozialpolitische Sprecher*innen der Fraktionen

                                                                                                                                                                                                                                     Stuttgart, 14.3.2019

Landesförderung Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)


Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Landtags,

das Land Baden-Württemberg fördert dankenswerterweise seit vielen Jahren das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Die Mittel für das FSJ aus dem Haushalt des Ministeriums für Soziales und Integration (MSI) betragen derzeit 3,0 Mio. € pro Jahr.

Dieses Geld ist gut angelegt, denn es ist eine Investition in die Zukunft. Allerdings entspricht die aktuelle Höhe der Förderung schon lange nicht mehr dem Bedarf und ist nicht mehr zeitgemäß.

Das FSJ hat sich vom Rand in die Mitte der Gesellschaft bewegt. An ihm nehmen junge Menschen von 16 bis 26 Jahren aus allen gesellschaftlichen Milieus und Schichten teil. Es trägt wesentlich zu einer stabilen beruflichen Orientierung bei und beugt Ausbildungs- und Studienabbrüchen vor. Es fördert nachweislich das Engagement für die Gesellschaft auch über die Dauer des Dienstes hinaus, es dient der politischen Bildung und stärkt damit unsere demokratische Gesellschaft. Das FSJ ist ein Lerndienst in einem umfassenden Sinn. Und ganz nebenbei unterstützen die Freiwilligen mit ihrem Einsatz die Hauptamtlichen dabei, die viele Arbeit in der Pflege, im Rettungsdienst, in Tageseinrichtungen für Kinder, in der Eingliederungshilfe und vielen anderen Bereichen zu bewältigen! Das FSJ ist zudem ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Nachwuchskräftegewinnung für soziale Berufe.

Im Jahr 2005 betrug die Pro-Kopf-Förderung des Landes im FSJ € 500,- bei 5.000 Freiwilligen.
Das entsprach 2,5 Mio €.
Heute stehen 3,0 Mio € für rund 13.500 Freiwillige zur Verfügung – das entspricht pro Kopf gerade einmal € 222,- und nur noch 45% der Förderung vor knapp 15 Jahren. Dabei sind die Preissteigerungen und die gestiegenen Qualitätsstandards noch nicht einmal eingerechnet. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg und der Landesarbeitskreis FSJ, der Zusammenschluss der FSJ-Träger im Land, haben deshalb schon im vergangenen Jahr die Erhöhung der Landesmittel auf 6,7 Mio. € gefordert, um wieder auf das Förderniveau von 2005 zu kommen. Mehr Landesmittel tragen dazu bei, benachteiligten Jugendlichen einen Platz zu sichern. Denn nur die Landesmittel können für eine intensivere individuelle Beratung und passgenaue Vermittlung von Bewerber*innen durch die Träger eingesetzt werden. Dieser Bereich ist immer wichtiger geworden, wird jedoch von der Bundesseite nicht gefördert. Landesmittel können auch zu einem größeren Bekanntheitsgrad der Jugendfreiwilligendienste beitragen.

Die Vorbereitungen zur Erstellung des nächsten Doppelhaushalts sind angelaufen. Im Namen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg möchte ich Sie deshalb bitten, sich persönlich dafür einzusetzen, die Erhöhung der Förderung für das FSJ prioritär zu berücksichtigen.

Für Ihre Rückfragen stehen wir und insb. der Vorsitzende unseres Ausschusses, Wolfgang Hinz-Rommel, gern zur Verfügung. Wir vermitteln Ihnen selbstverständlich auch Kontakte zu Einsatzstellen in Ihrem Wahlkreis, damit Sie sich einen persönlichen Eindruck verschaffen können. Bitte sprechen Sie uns an, wir freuen uns über Ihr Interesse.

Mit freundlichen Grüßen

Ursel Wolfgramm
Vorstandsvorsitzende

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Stauffenbergstraße 3
70173 Stuttgart
Tel  0711 / 619 67 - 0
Fax 0711 / 619 67 - 67