Erhöhung der Investiven Förderung in der Wohnungslosen-/Gefährdetenhilfe in Baden-Württemberg

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Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg
Herrn Manfred Lucha MdL
Postfach 10 34 43
70029 Stuttgart                

                                                                                                                                                                                                       Stuttgart, 18.3.2019

Erhöhung der Investiven Förderung in der Wohnungslosen-/Gefährdetenhilfe in Baden-Württemberg

Sehr geehrter Herr Minister Lucha,

durch die jährliche investive Förderung des Landes in der Wohnungslosen-/Gefährdetenhilfe von zuletzt 1,5 Millionen Euro werden Impulse für die Verbesserung der Situation wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen gesetzt und dem Investitionsbedarf im Handlungsfeld der Wohnungslosenhilfe Rechnung getragen. Dieses notwendige Engagement des Landes begrüßen wir außerordentlich. Diese Mittel für den zukünftigen investiven Bedarf reichen jedoch leider nicht aus. Durch die verheerende Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich die Situation für Menschen in Wohnungsnot extrem zugespitzt. Diese Zielgruppe ist aktuell vom Wohnungsmarkt gänzlich ausgeschlossen.

Um dieser Situation zu begegnen und einer weiteren Dramatisierung entgegenzuwirken, müssen wir bereits vorhandene betreute Wohnplätze durch Modernisierung erhalten und bedarfsgerecht neue Plätze schaffen. Die Finanzierung der Betreuungsleistung ist in den Einrichtungen über die §§ 67 ff SGB XII gesichert. Die aktuelle Bedarfsabfrage des KVJS für die Jahre 2019 bis 2024 hat allein für die Träger der freien Wohlfahrtspflege einen Gesamtbedarf an zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von mehr als 40 Millionen Euro festgestellt. Die Bedarfe der Gemeinden und Gemeindeverbände in Baden-Württemberg sind hier noch nicht erfasst. Vor diesem Hintergrund ist eine deutliche Erhöhung des Förderprogramms notwendig, um der steigenden Anzahl wohnungsloser Menschen Hilfen anbieten zu können.

Wir wissen um die Schwierigkeit einer Erhöhung der Mittel bei bekannten Restriktionen im Landeshaushalt. Dennoch bitten wir Sie, auf die die aktuelle Situation zu reagieren und dieses notwendige Engagement des Landes weiter zu verstärken. In Fortsetzung unserer guten Zusammenarbeit hoffen wir auf Ihre Unterstützung und stehen Ihnen gerne auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. 

Mit freundlichen Grüßen

Ursel Wolfgramm

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Stauffenbergstraße 3
70173 Stuttgart
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