Die "Engel" in der blauen Weste

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Ihr 10-jähriges Jubiläum feierte die Bahnhofsmission Biberach am 9. November 2018 mit vielen aktiven und ehemaligen Ehrenamtlichen, Unterstützern und Freunden. Dem nachdenklich stimmenden ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche folgte ein fröhlicher Festakt mit Sozialminister Manne Lucha, der von Dankbarkeit und guten Wünschen für die Zukunft geprägt war.

Das Thema Engel blitze immer wieder auf. Etwa im Psalmgebet, im Gottesdienst, in dem von Gottes Engeln die Rede ist, die "dich behüten auf all deinen Wegen." Denn nicht nur die Türen der Bahnhofsmissionen sind für alle Menschen offen, "die Herzen weit mehr", wie ein Spruch der Bahnhofsmission betont, der seit 10 Jahren an der Wand des Gastraums hängt.
Die mitwirkenden Gäste bekamen einen kleinen blauen Engel mit dem Logo der Bahnhofsmission geschenkt, damit auch sie sich immer wieder an die "Engel in der blauen Weste" erinnern.

Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha betonte in seinem Beitrag: "Die Bahnhofsmission ist ein Ort für gegenseitige Hilfe und Unterstützung, für freundliche Worte und Trost, kurz: für ehrenamtliches Engagement. Die Bahnhofsmissionen und konkret die Bahnhofsmission Biberach zeigen uns, wie das funktioniert. Wie man nicht wegschauen, sondern mit anpacken kann. Wie man mutig sein und Verantwortung übernehmen kann. Wie man über den eigenen Tellerrand schauen und die Gesellschaft mitgestalten kann. Sie zeigt uns, dass wir es selbst sind, die Antworten geben können – Antworten auf die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Ob wir füreinander da sind, sorgsam miteinander umgehen.“

Neben Minister Lucha brachten Oberbürgermeister Zeidler, Petra Alger, Sozialdezernentin für den Landkreis Biberach, Peter Grundler, Regionalleiter der Caritas, Diakonie-Pfarrer Peter Schmogro und Jörg Maier von der Deutschen Bahn ihren Dank und ihre Anerkennung für die Arbeit der Bahnhofsmission zum Ausdruck. In ihren Beiträgen wurde auch die Bedeutung dieser niedrigschwelligen Anlaufstelle am Bahnhof im Hilfenetzwerk Biberachs und die gute Kooperation betont.

Oberbürgermeister Zeidler belegte durch Zahlen die Bedeutung der Bahnhofsmission Biberach: 2017 gab es 3.635 Kontakte mit Hilfesuchenden und dabei 6.511 Hilfeleistungen wie Reisehilfen, Aufenthalt in der Bahnhofsmission, Auskünfte und Beratung aber auch Krisenintervention und in 158 Fällen Weiterleitung in das Netzwerk der sozialen Hilfen in Biberach. Für diese Hilfe wurden rund 1.400 Einsatzstunden 2017 geleistet.

Die konkrete Arbeit und ihre 10-jährige Geschichte präsentierte die Bahnhofsmission mit einer neuen Wanderaustellung im Foyer. Die Ehrung von drei ehrenamtlichen Frauen: Annemarie Gerster, Sonja Waidmann und Brigitte Lehmann, die sich seit 10 Jahren in der Bahnhofsmission engagieren, gehörte auch dazu.
Mit fröhlichen Liedern, manche sinnreich umgedichtet, und unterstützt durch die Gitarrenspielerin Katharina Godolt, sang das Team der Bahnhofsmission zum Abschluss des Festaktes über die Begegnungen mit den unterschiedlichen Menschen am Bahnhof und über ihr Wirken als "Engel am Gleis", wie es manche, denen geholfen wurde, schon ausdrückten.

Im Gottesdienst mahnten Dekan Helger Koepff und Diakon Damian Walosczyk: Menschenwürde, Demokratie und Toleranz sind keine Selbstverständlichkeit sondern müssen immer wieder eingeübt und gelebt werden, besonders vor dem historischen Datum des 09. Novembers. Glaube müsse sich immer auch politisch zeigen. Dafür bietet der Bahnhof, an dem sich unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Religionen und Kulturen begegnen und unterschiedliche Bedürfnisse haben, ein wichtiges Wirkungsfeld. Gerade die Bahnhofsmission steht für die Begegnung mit allen Menschen auf Augenhöhe.

Kontakt: Petra Glock Tel. 0731 388522-11, Ulrich Köpfler, Tel. 07525 9214886

Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Sie helfen jedem, sofort, gratis und ohne Anmeldung oder Voraussetzungen – häufig zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tun sie seit inzwischen weit über hundert Jahren und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Ihre Arbeit lebt von dem Engagement der festangestellten und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. In zunehmendem Maße sind die Bahnhofsmissionen auf Spenden angewiesen.

Verantwortlich i. S. d. P,: Ilona Rauschopf, Vorstand IN VIA, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


IN VIA
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