Pressemeldung - Suchterkrankungen in Baden-Württemberg nach wie vor weit verbreitet

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Die Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg erstellt jährlich eine Suchthilfestatistik. Die zugrunde liegenden Daten werden in den Suchtberatungsstellen im Land erhoben.

Die rund Einhundert Suchtberatungsstellen im Land werden stark in Anspruch genommen: Über 67.000 suchtmittelabhängige oder -konsumierende Menschen und ihre Angehörigen nehmen Betreuung und Angebote der ambulanten Suchthilfe in Anspruch. Im Berichtsjahr war wiederum eine leichte Steigerung der Betreuungen um 1,4% zu verzeichnen.

Die Suchtberatungsstellen sind ein ganz wesentlicher Pfeiler in der Versorgung von Suchtmittelabhängigen oder -konsumierenden Menschen und ihren Angehörigen. Sie werden nach Richtlinien vom Ministerium für Soziales und Integration finanziell unterstützt. Nach wie vor verfolgt die Suchthilfe das Ziel, mehr abhängige oder missbräuchlich konsumierende Menschen und früher als bisher zu erreichen. Gute Erfolge sind bei der Vermittlung in therapeutische Maßnahmen zu verzeichnen. Jeder Siebte Betreute wird vermittelt. Diesbezüglich erfüllen die Beratungsstellen eine wichtige Funktion. Allerdings zeigt sich auch, dass immer weniger Menschen mit Alkoholproblemen die Hilfen in Anspruch nehmen. Um hier mehr Betroffene zu erreichen, sollten beispielsweise aufsuchende Hilfen in Krankenhäusern angeboten werden. 

Die Landesstelle für Suchtfragen weist darauf hin, dass die Politik verstärkt mögliche Instrumente der Verhältnisprävention einsetzen könnte (Werbung, Preisgestaltung und Verfügbarkeit) und somit die auf den Einzelnen ausgerichtete Verhaltensprävention unterstützen. 

Substitution in Baden-Württemberg: Die Zahl der substituierten Menschen blieb über die letzten Jahre nahezu konstant bei ca. 10.000. Durch den zu erwartenden Renteneintritt vieler substituierender Ärzte und fehlenden Nachfolgern drohen gravierende Versorgungslücken. Die Landesstelle für Suchtfragen fordert die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg auf, die Versorgung sicherzustellen. Die Situation der Substituierten hinsichtlich ihrer Erwerbssituation, schulischen und beruflichen Ausbildung zeigen Handlungsbedarfe auf. Die zunehmende Alterung der Zielgruppe bei drogenkonsumbedingter Voralterung wirft zusehends Fragen der pflegerischen Betreuung und Versorgung auf.

Kinder von Suchtkranken größte Risikogruppe: Viele Hilfesuchenden haben Kinder im eigenen Haushalt (17 %) oder eigene Kinder (42 %). Kinder suchtkranker Eltern sind bekanntermaßen hohen gesundheitlichen und psycho-sozialen Belastungen ausgesetzt. Sie sind die größte bekannte Risikogruppe für spätere Suchtstörungen. 

Den ausführlichen Bericht mit Verweisen auf Veröffentlichungen der Landesstelle und weiteren Statistischen Angaben zu Konsum von Suchtmitteln, Altersstruktur etc. finden Sie unter: https://suchtfragen.de/dokumente/statistik/suchthilfe/Suchthilfestatistik_2017.pdf

 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichten wir auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für M/W/D. 

Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Stauffenbergstraße 3, 70173 Stuttgart, Telefon 0711-6196712. www.suchtfragen.de

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Stauffenbergstraße 3
70173 Stuttgart
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