„Richtig gut – aber nur auf den ersten Blick“

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Diakonie Baden zum Gute-Kita-Gesetz

Das Diakonische Werk Baden begrüßt das Gute-Kita-Gesetz der Bundesregierung, sieht aber Bedarf für weitergehende Maßnahmen. Vorstandsvorsitzender Urs Keller nannte das Gesetz einen Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Die genaue Verwendung der Gelder müsse aber konkretisiert werden.

Der badische Diakoniechef lobte den Gesetzentwurf als Entlastung für Familien mit geringen Einkommen. Die Gebühren an die Einkommen zu koppeln, sei eine grundlegende Reform der bestehenden Finanzierungsregelung. Dies werde aber auch viel Geld kosten. Keller warnte, nur auf die Senkung der Gebühren zu achten und dabei die Qualität der Betreuung außer Acht zu lassen.

Insofern seien die 5,5 Milliarden Euro, die der Bund in Hand nehmen wolle, nur auf den ersten Blick viel Geld. Allein die Kosten für zusätzliches Personal werde einen Großteil des Geldes auffressen. Derzeit gebe es in Deutschland keine einheitlichen Qualitätsstandards. Der Personalschlüssel sei regional völlig unterschiedlich geregelt. Zusätzlich hänge es von der Situation vor Ort ab, ob eine Erziehungskraft sechs, sieben oder 14 Kinder je Kindergartengruppe betreue. Das aber sei mit entscheidend für die Qualität der Betreuung. Keller rief deshalb die baden-württembergische Landesregierung auf, noch aktiver daran zu arbeiten, dass sich Familien in allen Regionen Baden-Württembergs auf gute einheitliche Standards verlassen könnten.

Um mehr Personal zu bekommen müsse der Beruf attraktiver werden. Dazu gehörten finanzielle Anreize und gute Ausbildung, betonte Keller. Zu guten Arbeitsbedingungen gehöre aber auch gute Führung. Leitungen von Kindertageseinrichtungen müssten deshalb ein verbindliches Zeitbudget für Leitungsaufgaben haben. Elterngespräche, Personalführung und konzeptionelle Dinge seien wichtig. Seit langem fordere man in den evangelischen Kitas, Leitungskräfte dafür freizustellen. Oft scheitere das aber an der Finanzierung durch die Kommune. Die Mittel des Gute-Kita-Gesetzes könnten jetzt helfen, um in Baden-Württemberg eine landesweit einheitliche Regelung für das Thema zu finden. In den individuellen Verhandlungen mit dem Land solle das Land darauf hinwirken.

Das Diakonische Werk Baden ist zuständig für 629 Kindertageseinrichtungen. 6.400 pädagogische Fachkräfte betreuen hier rund 31.000 Kinder.


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