Gesetzentwurf zum Werbeverbot von Außen- und Kinowerbung für Tabakerzeugnisse

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Im September wird im Bundestag über das Werbeverbot für Tabak debattiert:
die Landesstelle für Suchtfragen wendet sich mit einem Schreiben an die Abgeordneten des Bundestags mit der Bitte um Unterstützung dieses wichtigen gesundheitspolitischen Anliegens.


Deutscher Bundestag
Mitglieder des Deutschen Bundestags
aus Baden-Württemberg
Platz der Republik 1
1011 Berlin                                                                                                                                                                                                     Stuttgart, 04.09.2018


Gesetzentwurf zum Werbeverbot von Außen- und Kinowerbung für Tabakerzeugnisse


Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

etwa 300 bis 400 Menschen täglich sterben in Deutschland an den Langzeitfolgen des Rauchens. Mehr als ein Viertel aller Todesfälle bei Männern in den mittleren Jahren ist auf das Rauchen zurückzuführen. Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor für zahlreiche schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs.
Führende Experten fordern deshalb seit Jahren ein umfassendes Tabakwerbeverbot, Verkaufsbeschränkungen und höhere Preise. Obwohl Deutschland sich im Rahmen internationaler Abkommen dazu verpflichtet hat, den Tabakkonsum einzudämmen, konnten die oben genannten Maßnahmen bisher noch nicht umgesetzt werden. Deutschland ist im europäischen Vergleich das „Schlusslicht“ bei der Tabakprävention: Es ist das einzige Land der EU, das Tabakwerbung im Kino und großflächige Plakatwerbung noch erlaubt. Dabei ist die Wirksamkeit bevölkerungsbezogener präventiver Maßnahmen zur Veränderung des Tabakkonsums und zur Reduzierung tabakbezogener Erkrankungen eindeutig nachgewiesen.
Baden-Württemberg hat die Reduzierung des Konsums legaler Suchtmittel (Alkohol, Tabak) als verbindliches Gesundheitsziel formuliert. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Verhaltensprävention und Verhältnisprävention zusammenwirken. Eine der wichtigsten Maßnahmen der Verhältnisprävention ist neben der Begrenzung der Verfügbarkeit ein Werbeverbot.
Auf Grundlage eines Gesetzentwurfes der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen werden im parlamentarischen Raum derzeit verhältnispräventive Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahren des Tabakkonsums behandelt. Wir bitten Sie, im Sinne eines konsequenten Schutzes vor den gravierenden Gefahren des Rauchens aktiv Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess zu nehmen und Maßnahmen zu einem wirksamen und nachhaltigen Gesundheitsschutz zu unterstützen.
Falls Sie noch weitergehende Informationen benötigen oder ein Gespräch wünschen, stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Für Ihre Unterstützung danken wir im Voraus und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Oliver K a i s e r
Vorsitzender der Landesstelle für Suchtfragen

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