Teilhabe von Menschen mit Behinderung

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Die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V. begrüßt den in den Landtag eingebrachten Gesetzentwurf der Landesregierung zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Baden-Württemberg. Der Gesetzentwurf setzt erste Eckpunkte für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Baden-Württemberg.  Er eröffnet so Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung und individuelle, personenzentrierte Unterstützungsangebote dort, wo die Menschen leben und wohnen. Er sieht vor, dass die 44 Stadt- und Landkreise weiterhin Leistungsträger der Eingliederungshilfe sind.

Menschen mit Behinderung brauchen landesweit gleichwertige Lebensverhältnisse und Teilhabechancen
Die Art und der Umfang der Unterstützung im ganzen Land müssen vergleichbar sein. Betroffene Menschen und ihre Angehörigen müssen sich auch etwa bei einem Umzug darauf verlassen können, dass die Unterstützung weitergeht. Deshalb ist es wichtig, dass alle Leistungsangebote in Baden-Württemberg einen gleichen Standard aufweisen.
Die Liga der freien Wohlfahrtspflege fordert vor diesem Hintergrund, dass landesweit gleichwertige Lebensverhältnisse und gleiche Teilhabechancen von Menschen mit Behinderung gewährleistet sind. Das müsse in jedem Fall Grundlage der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Baden-Württemberg sein.

Landesweit einheitliches Verfahren zur Erhebung des Hilfebedarfs unabdingbar
Der Umfang der Unterstützung darf nicht davon abhängig sein, wo Menschen wohnen und wie die Kassenlage ist. Deshalb muss sichergestellt werden, dass der Hilfebedarf landesweit und unabhängig auf die gleiche Art und Weise ermittelt wird. Es muss transparent und nachvollziehbar sein, welche Leistung in welchem Umfang gewährt wird. Denn es macht einen Unterschied, ob Betroffene etwa Assistenz in einer Gruppe oder einzeln erhalten. Diese Nachvollziehbarkeit brauchen auch die Anbieter von Leistungen. Denn nur so wissen sie, was von ihnen erwartet wird und was finanziert wird.  Damit Transparenz so weit wie irgend möglich gegeben ist, müssen Bedarfe zeitbasiert erhoben werden.

Die Liga der freien Wohlfahrtpflege wird sich im weiteren Gesetzgebungsprozess und in der Umsetzung dafür einsetzen, dass Menschen mit Behinderungen ein verlässliches Angebot an Unterstützung und Hilfe in Baden-Württemberg vorfinden. Das Bundesteilhabegesetz schreibt vor, dass schon zum 1.1.2020 die neuen Verfahren und Angebote stehen müssen. Die Zeit drängt also. Deshalb ruft die Liga alle Beteiligten dazu auf, die offenen Fragen zügig zu klären. Damit Teilhabe und Selbstbestimmung noch mehr Wirklichkeit werden im Leben der betroffenen Menschen.

Einrichtungen und Dienste der Mitgliedsorganisationen der Liga der freien Wohlfahrtspflege erbringen zahlreiche Unterstützungsangebote im Wohn- sowie Arbeits- und Beschäftigungsbereich in allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg. Ziel der Unterstützungsangebote ist es, vor Ort Teilhabe, Selbstbestimmung und Partizipation von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.

In der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V. sind die elf Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württembergs zusammengeschlossen. Landesweit gehören ihnen über 380.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 125.000 ehrenamtlich Tätige an. In den Liga-Ausschüssen arbeiten jeweils die Expertinnen und Experten der Verbände an aktuellen Aufgabenfeldern wie z.B. der Altenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, der Dienste für Migranten, Straffälligenhilfe, psychisch Kranke und Suchtkranke.

Pressekontakt
Dorothea Lampke
Koordinatorin BTHG-Projekt
Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.
Stauffenbergstr. 3 in 70173 Stuttgart
www.liga-bw.de

28.2.2018

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

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