Diakonie Baden hilft Prostituierten in akuter Not

Drucken E-Mail
„Es geht ums Überleben“

Im Rahmen der Corona-Krise droht eine Personengruppe derzeit völlig unterzugehen. Prostituierte können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Ihre Einnahmen sind weggebrochen, Rücklagen sind oft ebenso wenig vorhanden, wie eine Krankenversicherung.

Christine Spanninger, Fachreferentin für Frauen im Diakonischen Werk Baden, sieht eine existenzielle Bedrohung. Menschen, die ohnehin kaum gesellschaftliche Beachtung fänden, drohten jetzt gänzlich durch alle Raster zu fallen. Die Frauen ständen buchstäblich vor dem Nichts und wendeten sich hilfesuchend an die Fachberatungsstellen. Bis Anträge gestellt und bewilligt seien, bräuchten Betroffene dringend überbrückende Hilfen.

Bis staatliche Hilfen griffen, habe die Diakonie Baden deshalb gemeinsam mit den Evangelischen Frauen in Baden ein Hilfepaket zur Überbrückung der akuten Notlage geschnürt. „Kern dieses Pakets ist ein Nothilfefonds, der es den Fachberatungsstellen in Baden ermöglichen soll, die Frauen für die nächsten Wochen mit dem Nötigsten zu versorgen.“, sagt Anke Ruth-Klumbies, Leiterin der Evangelischen Frauen. Außerdem bemühten sich die Beratungsstellen darum, Wohnraum für die Betroffenen zu finden. Da Bordelle geschlossen hätten, seien viele Frauen wohnungslos. Ruth-Klumbies appellierte deshalb an die Bordellbetriebe, die Prostituierten dort zunächst mietfrei wohnen zu lassen.

Wegen geschlossener Grenzen sei für Migrantinnen der Weg in die Heimat versperrt, ergänzt Spanninger. Diese Frauen bräuchten jetzt dringend Beratung und Unterstützung. Es gehe dabei um Fragen des Überlebens: Wo kann ich wohnen? Womit zahle ich Essen? Wie bekomme ich medizinische Versorgung? Wie beantrage ich Hilfen? Um die Frauen auch ohne persönliche Beratungskontakte unterstützen zu können, biete die Diakonie Baden jetzt auch ein Online-Beratungsangebot.

Spanninger betonte, dass sich gerade jetzt zeige, wie dringend flächendeckende Unterstützungsangebote für Prostituierte seien. Registrierung und amtliche Gesundheitsberatung nach dem Prostituiertenschutzgesetz reichten nicht aus. Die aktuelle Krise mache deutlich, wie wichtig Sozialarbeit und die flächendeckende Finanzierung von Fachberatungsstellen seien. Sie könnten Betroffene konkret unterstützen und ihnen zur Seite stehen.

Die Diakonie Baden hat Beratungsstellen in Freiburg, Kehl, Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim.

Mehr Informationen
Kontakt:
Christian Könemann  |  Pressesprecher  |  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon +49 (721) 9349 – 248  |  Telefax +49 (721) 93496 – 248  |  Mobil    +49 (172) 7319 935

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

Stauffenbergstraße 3
70173 Stuttgart
Tel  0711 / 619 67 - 0
Fax 0711 / 619 67 - 67