Multireligiöse Kita in Pforzheim feiert Eröffnung

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Christliche, jüdische, muslimische und yezidische Kinder unter einem Dach

Am Freitag, 13. März, nimmt eine Kindertageseinrichtung in multireligiöser Trägerschaft in Pforzheim ihren Dienst auf. Christliche, muslimische, jüdische und yezidische Kinder sollen ihre Religionen in der Kita Irenicus künftig gleichberechtigt erleben und kennenlernen.

„Ich freue mich, dass wir mit der Kita Irenicus in Pforzheim eine Einrichtung bekommen, in der Kinder von klein auf das Miteinander der Religionen einüben können“, erklärt Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. „So wird sich hoffentlich eine Haltung entwickeln, in der wir wechselseitig geborgen in unserem Glauben den Glauben der anderen ernst nehmen und wertschätzen können. Wenn das gelingt, wird das ausstrahlen in die Familien, in die Schulen, in die Stadt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich viel Freude, Kraft und Gottes Segen für ihre wichtige Aufgabe.“ 

In der Kindertageseinrichtung „Irenicus“ in Pforzheim sollen sich bis zu 100 Kinder unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen zu Hause fühlen. Die multireligiöse Trägerschaft der Kita teilen sich die Evangelische Kirche und das Diakonischen Werk Pforzheim, die katholische Kirche und der Caritasverband e.V. Pforzheim, das Bündnis unabhängiger Muslime im Enzkreis e.V, die Jüdische Gemeinde Pforzheim K.d.Ö. R. und das Yezidischen Zentrum in Baden-Württemberg e.V. Ziel der gemeinsamen Arbeit in der Kita soll es sein, zum Verständnis der Religionen untereinander beizutragen. Die Kinder sollen die religiöse Vielfalt in der Kita mit allen ihren Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeit als selbstverständlich und als bereichernd erleben und so Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Kulturen lernen.

Auch Oberkirchenrat Urs Keller, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Baden, gratulierte der „Kita der Religionen“ zu ihrer Eröffnung und lobte alle Beteiligten für den mutigen Schritt: „Es wird in diesem Haus nicht darum gehen, eine Einheitsreligion zu konstruieren oder ein religionskundliches Zentrum für Kinder zu etablieren.“ Es gehe stattdessen um interkulturell-interreligiös sensible Erziehung und Bildung. Es gehe darum „bei den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft anzufangen, Dialogfähigkeit einzuüben und eine Ahnung davon zu vermitteln, dass Andersheit nicht bedrohlich ist, sondern bereichernd und horizonteröffnend.“

Am 16. März startet die Kita ihren Betrieb mit einer ersten Kita-Gruppe, da für den vollen Betrieb noch Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Die Arbeit wird wissenschaftlich begleitet von der Universität Tübingen.

Die Eröffnungsfeier, die für den 13. März geplant war, wurde leider aufgrund der aktuellen Gefährdungslage durch das Coronavirus abgesagt.


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