Arbeit für gewaltbetroffene Frauen braucht verlässliche Förderung

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Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2020

Stuttgart, 8. März 2020.
Unsichere Finanzierung, unklare Perspektiven für Mitarbeiterinnen, steigende Fallzahlen, höhere Belastungen – das prägt seit Jahren den Alltag der Arbeit mit von Gewalt betroffenen Frauen. Die Diakonie Württemberg fordert anlässlich des internationalen Frauentags eine verlässliche Förderung vom Land Baden-Württemberg und den Kommunen. „Wenn Frauen, die von Gewalt betroffen sind, sich in unseren Beratungsstellen melden, ist rasche Hilfe geboten. Wartelisten dürfen der Zuwendung zu verzweifelten Gewaltopfern und deren Schutz nicht im Weg stehen“, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg.

Die Fallzahlen in Frauenhäusern, bei Interventionsstellen nach Fällen von häuslicher Gewalt, im Bereich Prostitution und in der Arbeit für Opfer von Menschenhandel steigen kontinuierlich, dennoch ist die Finanzierung anerkannter Fachberatungsstellen von Landesseite seit Jahren unzureichend und bietet keine Planungssicherheit. Karin Altpeter stellte 2014 als damalige Sozialministerin den Landesaktionsplan vor, der als Ziel hatte, Gewalt gegen Frauen einzudämmen. Seitdem wurden Analysen erstellt und einzelne Projekte gefördert, doch die notwendige bedarfsgerechte finanzielle Förderung kommt bisher nicht an. Um die Existenz der Hilfen der Fachberatungsstellen gegen Menschenhandel nicht zu gefährden, springt übergangsweise die Evangelische Landeskirche in Württemberg ein. Die kirchlichen Zuschüsse gibt es  seit 2012, aufgrund der Not wurden die Mittel seit 2018, befristet bis 2020, noch einmal erhöht. „Die Zuschüsse der Evangelischen Landeskirche können die Untätigkeit des Landes aber nicht dauerhaft auffangen“, erklärt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann. „Wir fordern das Land und die Kommunen auf, für eine verlässliche Finanzierung zu sorgen, um Frauen in Notsituationen ausreichend Schutz zu gewähren.“

Die Diakonie Württemberg fordert das Ministerium für Soziales und Integration dazu auf, kontinuierlicher am Thema zu bleiben und beispielsweise den Leitfaden für Betroffene von Menschenhandel aus dem Jahr 2008 dringend zu überarbeiteten.


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