10 Jahre P.I.N.K.

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Prostituiertenhilfe gerät an ihre Grenzen

Das Modellprojekt P.I.N.K. feiert morgen (22. Januar) sein zehnjähriges Bestehen. Mit seinen beiden Standorten Freiburg und Kehl hat es sich zu einer anerkannten und über die Landesgrenzen hinaus bekannten Fachberatungsstelle entwickelt. P.I.N.K. berät Menschen in der Prostitution und hilft Ihnen beim Ausstieg aus der Szene. Inzwischen kommen die Mitarbeiterinnen aber aufgrund hoher Nachfrage und gesetzlicher Veränderungen zunehmend an ihre Leistungsgrenzen.

„Durch viel Engagement, fachliches Wissen und politische Arbeit haben wir es in kurzer Zeit sehr viel geschafft“, sagt Angelika Hägele, stellvertretende Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Freiburg. Heute erreiche P.I.N.K. jedes Jahr etwa 50 Frauen, die Angebote würden intensiv genutzt. Über Streetwork gebe es rund 400 Kontakte. Aber es sei nicht gelungen, ein flächendeckendes Beratungsangebot für Prostituierte zu schaffen. Dabei leiste P.I.N.K. Arbeit für Menschen, die sonst keine Lobby hätten, stigmatisiert und diskriminiert würden. Gerade hier seien spezifische Hilfeleistungen und Unterstützungsangebote gefragt.

Der Bedarf an Unterstützung zeige sich auch daran, dass sich die Arbeit über die Jahre immer mehr verdichtet habe, ergänzt Sozialarbeiterin Simone Heneka von P.I.N.K. Mit den vorhandenen Kapazitäten sei das fast nicht mehr zu leisten. Durch das neue Prostituiertenschutzgesetz hätten es die Mitarbeiterinnen mit noch mehr Arbeitsinhalten zu tun. Der Erfolg von P.I.N.K. und der große Bedarf machten deutlich, wie wichtig Fachberatungsstellen für die Versorgung von Prostituierten seien. Diese Stellen müssten daher dringend bedarfsgerecht ausgebaut und finanziert werden seien.

P.I.N.K. war im Dezember 2009 als Teil des Bundesmodellprojektes „Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution“ gestartet. Damit war P.I.N.K. im gesamten badischen Raum das einzige Unterstützungsangebot seiner Art. „Wir haben damals in Freiburg und Kehl Pionierarbeit geleistet“, betont Juliane Weerenbeck, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Ortenau. „Wir waren mit die Ersten, die auf das Thema und den Unterstützungsbedarf aufmerksam gemacht haben.“ Grundlage, auf der im Laufe der Jahre weitere Beratungsstellen in anderen Städten in Baden-Württemberg entstehen konnten (bspw. in Mannheim und Karlsruhe).

Menschen in der Prostitution sind meist Frauen in prekären Lebens- und Arbeitssituationen, Menschen in existentieller Not. Diakonische Aufgabe ist es, Menschen zu unterstützen, die am Rand der Gesellschaft stehen und von dieser ausgegrenzt sind.

Das Programm der Jubiläumsfeier, das von Vertreterinnen und Vertretern der Bundes- und Landespolitik, Wissenschaft und Polizeibehörden begleitet wird, ist dieser Pressemeldung angehängt.


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