Land will Arbeitshilfe zur Erkennung von Kindeswohlgefährdung für Jugendämter entwickeln

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Stuttgart 15.02.2018 Das Land und der Kommunalverband für Jugend und Soziales haben gemeinsam ein Konzept für die Stärkung des Kinderschutzes im Land auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die baden-württembergischen Jugendämter dabei zu unterstützen, ihre Verfahren zum Kinderschutz kontinuierlich weiterzuentwickeln. Zur Entwicklung einer Arbeitshilfe für Jugendämter zur besseren Früherkennung und Einschätzung von Kindeswohlgefährdung soll eine Arbeitsgruppe von Experten/innen aus Wissenschaft und Praxis eingerichtet werden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Baden-Württemberg appellieren an das Land, sich auch die Expertise von Akteuren der Freien Wohlfahrtspflege einzuholen.

„Im Bereich Frühe Hilfen und Kinderschutz ist es wichtig, zeitnah, angemessen und nachhaltig zu agieren. Eine bessere Prävention und Intervention von Kindeswohlgefährdung kann nur gelingen, wenn Jugendämter mit Trägern von Diensten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Fachkräften aus der Praxis im engen Verbund agieren“, betont Bruno Pfeifle, Aufsichtsratsvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. „Deshalb ist es dringend erforderlich, bei der Erarbeitung einer Arbeitshilfe für die Jugendämter im Land, den fachlichen Rat von Experten/innen aus der freien Wohlfahrtspflege einzuholen. Wir können die Weiterentwicklung von Handlungskompetenzen mit fundiertem Fachwissen aus der Praxis unterstützen. Von diesem vielfältigen großen Erfahrungsschatz der freien Träger, die seit langem in der Fachberatung tätig sind, kann die Landesregierung nur profitieren“, sagt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg.

„Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich seit Jahren für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern ein“, sagt Julia Wahnschaffe, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Baden-Württemberg. „Dazu gehört die strukturelle Weiterentwicklung des Kinderschutzes sowohl im Bereich der Prävention als auch Intervention. Neben der frühzeitigen Unterstützung für Familien durch Familienpatenschaften oder Elternkursen wie „Starke Eltern-Starke Kinder“ gehören auch Qualifizierungen zur Kinderschutzfachkraft zu unseren Arbeitsschwerpunkten. Insofern betrachten wir uns als Experten und wichtigen Partner, um unser Fachwissen im Bereich der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes in die landesweite Arbeitsgruppe zur Erarbeitung weiterer Lösungsvorschläge und Arbeitshilfen für den Kinderschutz einzubringen“, so Wahnschaffe.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Baden-Württemberg begrüßen es außerordentlich, dass im Entwurf für den Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD endlich die gemeinsame zentrale Forderung für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz fest verankert ist.

Weiterer Pressekontakt:
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Baden-Württemberg, Julia Wahnschaffe, Geschäftsführerin, Tel. 0711 / 24 28 18, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hintergrundinformation
DER PARITÄTISCHE Baden-Württemberg
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Er ist weder konfessionell, weltanschaulich noch parteipolitisch gebunden. Der Verband steht für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe und wendet sich gegen jegliche Form sozialer Ausgrenzung. Ihm sind in Baden-Württemberg über 850 selbständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 4000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen sowie rund 50.000 freiwillig Engagierte. Ihm gehören rund 245 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Kinder und Familie an.


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