Fachkongress „Zukunftsmodell (Sozial-)Genossenschaften“

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Stuttgart 07.02.2018 Auf dem Fachkongress „Zukunftsmodell (Sozial-)Genossenschaften“ diskutierten heute in Stuttgart über 120 Expertinnen und Experten aus der Wohnungswirtschaft, Freien Wohlfahrtspflege, Städten und Kommunen über Sozialgenossenschaften als zukunftsweisendes Strukturmodell im Rahmen der Quartiers- und Sozialraumorientierung auch in Baden-Württemberg. Im Zuge des demografischen Wandels gewinnt der Sozialraum als Ort der Gemeinschaft zentral an Bedeutung. Aus bürgerschaftlichem Engagement für das soziale Umfeld, den Stadtteil und das Gemeinwesen bilden sich zunehmend lokale Initiativen, die sich in neuen Genossenschaften organisieren. Es geht dabei um die Verknüpfung von Wohnung, Nachbarschaftshilfe, Kultur, Betreuung und Unterstützung im Quartier. Aufgrund der gleichberechtigten Mitgliedschaft und gemeinnützigen Organisationsform sind Sozialgenossenschaften strukturell dafür geeignet. Veranstalter waren der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und Integrative Wohnformen e.V..

„Sozialgenossenschaften sind im originären Sinne „Selbsthilfeeinrichtungen“, die zur Verbesserung der örtlichen Lebensbedingungen beitragen und damit dem Gemeinwohl dienen. Dabei gelten die genossenschaftlichen Grundprinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und inneren Demokratie“, betonte Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. „Unter dem Dach einer solchen gemeinnützigen Genossenschaft können sich Bürgerschaft, Selbsthilfe, Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Vereine zusammenfinden und neue Formen der Kooperation und Partizipation von Akteuren entwickeln“, so Wolfgramm.

„Sozialgenossenschaften schaffen in vielen Lebensbereichen nützliche Angebote, zum Beispiel um Familien in ihrem Alltag zu unterstützen oder um ein selbstbestimmtes Leben von pflegebedürftigen Menschen oder Menschen mit Behinderung zu sichern und einen möglichst langen Verbleib in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen“, erklärte Christian Brokate, Mitglied im Vorstand von Integrative Wohnformen e.V. in Stuttgart. „Mit dem Genossenschaftsprinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" können die Bürgerinnen und Bürger eigene Lösungen für ihre sozialen Bedürfnisse finden und sich selbst einbringen. Für diese Form der Selbsthilfe und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für den Stadtteil, in dem sie leben, steht der Verein Integrative Wohnformen“, so Brokate.

Ziel des Kongresses war es, Sozialgenossenschaften als soziale Innovation im Land zu befördern und zu zeigen, wie Partizipation und Mitgestaltung in Sozialräumen durch die Organisationsform einer gemeinnützigen Sozialgenossenschaft funktionieren kann.

Hintergrundinformation:
„Sozialgenossenschaften sind eine innovative Form organisierter bürgerschaftlicher und unternehmerischer Selbsthilfe. Neben den bereits bestehenden Strukturen der Wohlfahrtspflege, dem bürgerschaftlichen Engagement und sozialem Unternehmertum können Sozialgenossenschaften einen weiteren Baustein zum Erhalt und Erweiterung der sozialen Infrastruktur darstellen“ (Expertenrat im Auftrag des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration).

Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht in der gemeinnützigen Genossenschaft eine Chance, die Lücke zwischen der gemeinnützigen GmbH und dem eingetragenen Verein zu schließen.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und verfolgt ausschließlich ideelle Aufgaben, ist als gemeinnütziger Verband anerkannt und auch unsere 860 Mitgliedsorganisationen sind alle selbstlos, gemeinnützig tätig. Dabei stehen das Gemeinwohl und die sozialanwaltliche Interessenvertretung für besonders benachteiligte Menschen im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung wurde von der GlücksSpirale gefördert.

Mit freundlichen Grüßen
Hina Marquart
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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