Im Quartier denken, handeln und leben

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Handlungsempfehlung zur sozialraumorientierten kooperativen Quartiersentwicklung


Um langfristig Wohnquartiere für alle Menschen, aller Generationen mit einer hohen Lebensqualität gewährleisten zu können, sind sowohl die Wohnungsanbieter als auch die Freie Wohlfahrtspflege und die Stadt- und Quartiersentwicklung der Kommunen sowie die Bürgerschaft gefordert. Es geht darum, mit inklusiven, generationengerechten Quartierskonzepten und entsprechender Infrastruktur für größtmögliche Versorgungssicherheit mit sozialraumorientierten Pflege-, Betreuungs- und Beratungsstrukturen zu sorgen. Dazu haben der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und der Verein Integrative Wohnformen e.V. eine Handreichung für sämtliche relevanten Akteure unter dem Motto „Im Quartier denken, handeln und leben“ erstellt. Die Broschüre ist kostenfrei.

„Um dem Wunsch der meisten Menschen zu entsprechen, bis in das Alter im gewohnten sozialen Umfeld Leben bleiben zu können, bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen, die ein selbstbestimmtes Leben und Gesellschaftliche Teilhabe in jeder Lebensphase ermöglichen“, betont Mirko
Hohm, Bereichsleitung „Ältere Menschen und Pflege“ beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. „Dazu müssen lokal bereits vorhandene Potentiale durch Kooperationen mit den Akteur/en/innen vor Ort und Partizipation der im Quartier lebenden Menschen gemeinsam
erschlossen werden. Quartiersentwicklung ist eine gemeinschaftliche Gestaltungs- und Querschnittsaufgabe und damit eine Herausforderung für alle gesellschaftlich und politisch Verantwortlichen in Baden-Württemberg.

„Alle Menschen, alle Generationen profitieren von einem umfassenden Quartierskonzept: die Jungen genauso wie die Alten. Menschen mit Behinderung und auch ohne Behinderung. Auch die Kommunen profitieren von einer generationengerechten Quartiersentwicklung: durch zufriedene Bürger; Bürger, die in ihren Quartieren wohnen bleiben, die Infrastruktur und die gesamte Gesellschaft stärken“, erklärt Alexandra Schäfer, 1. Vorstandsvorsitzende von Integrative Wohnformen e.V. in Stuttgart. „Nur für ein gutes Versorgungskonzept reichen die Altenheime und die ambulanten Dienste in der Stadt bei Weitem nicht aus. Deshalb brauchen wir gute Versorgungskonzepte, die auch finanzierbar sind“, so Schäfer.

„Nachhaltige Quartierslösungen lassen sich aus unserer Sicht nur ganzheitlich entwickeln. Dies impliziert, dass die Quartiersentwicklung als Querschnittsaufgabe vernetzter Handlungsfelder und verstärkt der Kooperation aller Akteure im Quartier bedarf. Die Themen nicht isoliert zu betrachten, sondern interdisziplinär und kooperativ gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, wird zukünftig immer wichtiger werden“, erklärt Simone Fischer, Fachberatung Inklusion beim Städtetag Baden-Württemberg. „Erfolgreiche inklusive Quartiersentwicklung benötigt verlässliche, stabile Strukturen und lebt von bürgerschaftlichem Engagement. Die steuernde Rolle der Kommunen sehen wir als zentral an, um eine inklusive Quartiersentwicklung erfolgreich auf den Weg zu bringen und zu organisieren. Dies wird gelingen, wenn jede Kommune anhand der lokalen Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort die Quartiersentwicklung an den vorhandenen Gegebenheiten ausrichtet“, so Fischer.

Die Broschüre steht online zur Verfügung unter www.paritaet-bw.de/zukunft-quartier oder Bestellungen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

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