Anwalt, Netzwerker, Seelsorger für die Caritas

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Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Appel in den Ruhestand verabschiedet – Nachfolger Thomas Herkert offiziell als sein Nachfolger eingeführt

Ende einer Ära beim Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg: Mit einem feierlichen Gottesdienst im Freiburger Münster und einem Festakt wurde der langjährige Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Appel am Donnerstag (9. November) in den Ruhestand verabschiedet. Über 25 Jahre hat er die Geschicke der Caritas in der Erzdiözese Freiburg an verantwortlicher Stelle mitgestaltet und mitgeprägt, seit 1992 zunächst als stellvertretender und seit 1997 als amtierender Diözesan-Caritasdirektor. Appels Nachfolge hat zum 1. November Thomas Herkert, der bisher die Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg leitete, angetreten. Er wurde bei der Feier offiziell von Erzbischof Stephan Burger in sein neues Amt eingeführt.

Vor über 300 Gästen aus Politik und Verwaltung, Kirche, Caritas und Wohlfahrtspflege dankte Erzbischof Stephan Burger Bernhard Appel für seinen langjährigen Dienst. Er habe „leidenschaftlich mit gebaut an der Kirche von Freiburg und das diakonische Gebäude der Kirche mit Leben gefüllt“. Burger sagte, die Caritas gehöre mitten in die Kirche und sie bleibe als christliches Werk nur dann glaubwürdig, wenn sie bei aller notwendigen Struktur und Organisation menschlich bleibe. „Für diese Menschlichkeit steht Bernhard Appel“, so der Erzbischof. Bei allem Engagement für die Verbesserung von politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der sozial-caritativen Arbeit habe er immer die Menschen im Blick behalten. Im Geist Jesu Christi habe Bernhard Appel so über 25 Jahre mit gebaut an einem „starken Stück Kirche, der Caritas“. In Anerkennung seiner Verdienste verlieh Erzbischof Burger Bernhard Appel die Konradsplakette, die höchste Auszeichnung, die das Erzbistum Freiburg vergibt. Burger zeigte sich überzeugt, dass Appels Nachfolger Thomas Herkert ebenfalls mit sehr viel Engagement, Geduld und Ausdauer an dem weiterbaue, was bisher entstanden sei.

Brotteller des Deutschen Caritasverbandes

Peter Neher, der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, bescheinigte dem scheidenden Diözesan-Caritasdirektor, dass er vieles angestoßen und eigene Akzente in der Erzdiözese Freiburg und darüber hinaus gesetzt habe. Neher nannte Themen wie Engagement und Ehrenamt, für die Appel sich auch im ehemaligen Zentralausschuss Ehrenamtliches Engagement des Deutschen Caritasverbandes eingesetzt habe. Geleitet habe ihn dabei die Überzeugung, dass Caritas Offenheit für die Begegnung und den Einsatz für andere brauche. „Menschen professionell und nachhaltig darin zu unterstützen, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, sei sein Anliegen gewesen. Mit der Verleihung des Brottellers, der höchsten Auszeichnung des Deutschen Caritasverbandes, dankte Neher Bernhard Appel dafür, dass er „die Menschen vom Rand in die Mitte geholt“ habe.

Zahlreiche Rednerinnen und Redner – unter ihnen Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Sozialministerium, als Vertreterin der Landesregierung – würdigten das engagierte Wirken des langjährigen Diözesan-Caritasdirektors. Sie betonten mehrfach, dass Appel nicht abstrakt für Verbandsinteressen, sondern für die Interessen der Menschen eingetreten sei, die Hilfe benötigen. Als Anwalt und Netzwerker habe er für diejenigen seine Stimme erhoben, die in Politik und Gesellschaft aus dem Blick zu geraten drohen. Gewürdigt wurde auch die tiefe ökumenische Grundhaltung Appels, die in der bundesweit bislang einmaligen Charta Oecumenica Socials zum Ausdruck kommt, die seit zehn Jahren Diakonie und Caritas in Baden miteinander verbindet.

Bernhard Appel selbst bezeichnete es als großes Glück, „mit dieser wunderbaren Aufgabe betraut worden zu sein“.  Seine 25-jährige Tätigkeit beim Diözesan-Caritasverband erfülle ihn mit großer Dankbarkeit, vor allem den vielen engagierten hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber. Er wünschte seinem Nachfolger Glück und Segen für seine neue Aufgabe. Thomas Herkert warb dafür, gerade in bewegten Zeiten wie den aktuellen den Gestaltungswillen der Christen in die Gesellschaft einzubringen. Das Christentum sei deshalb in den vergangenen 2000 Jahren für die Menschen attraktiv gewesen, weil die Armen und Bedrängten Widerhall in den Herzen der Gläubigen fanden. „Deswegen ist Caritas Kirche und Kirche Caritas“, so Herkert.


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