Mehr Respekt fürs Ehrenamt

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Katholische Sozialverbände plädieren für mehr Mitbestimmung Engagierter und gute Strukturen

Anlässlich des Ehrenamtskongresses am heutigen Samstag im Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg setzen sich acht katholische, sozial-karitative Organisationen und Verbände der Caritas für eine größere Wertschätzung des Ehrenamts ein. Sie plädieren gleichzeitig für den Ausbau einer Anerkennungskultur, die Engagierten den Respekt entgegenbringe, den diese verdienten. Oft werde übersehen, dass Ehrenamtliche in ihrem Tun von Hauptamtlichen fachlich geschult und begleitet werden müssen, um ihr Engagement richtig und gewinnbringend für alle ausüben zu können, so die katholischen Verbände. Gerade die Ehrenamtlichen bei der Caritas profitierten von klaren, verlässlichen Rahmenbedingungen und Reflexions- und Austauschrunden mit anderen Engagierten. Dies sollte Standard in der Arbeit mit Ehrenamtlichen sein, so die Caritas.

Wertschätzender Umgang wichtig für Gewinnung Ehrenamtlicher

Diözesancaritasdirektor Oliver Merkelbach plädierte in diesem Zusammenhang im Namen aller sozial-karitativ tätigen Verbände und Organisationen für eine neue Ehrenamtskultur: „Es reicht heute nicht mehr aus, Ehrenamtliche kommen zu lassen und sie dann ungefragt dort einzusetzen, wo es der Organisation gerade passt." Merkelbach bezeichnete das ehrenamtliche Engagement als „ein sehr hohes Gut", um das es zu werben gelte. „Auch wir als Caritasverband bemühen uns darum, Ehrenamtliche für unsere Arbeit zu gewinnen." Hier helfe ein wertschätzender Umgang: Eine attraktive Tätigkeit in einer selbst gewählten Aufgabe, ergänzt durch die Unterstützung durch Hauptamtliche – das zeuge vom Respekt, den die Caritas und ihre Mitglieder Ehrenamtlichen entgegenbrächten. Als Beispiel nannte er die mit kirchlichen Eigenmitteln eingerichteten hauptberuflichen Koordinatoren der Caritas in allen Dekanaten der Diözese, die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit zur Seite stehen.

Eigen- und Gemeinnutz in Übereinstimmung bringen

Laut Rosa Geiger-Wahl, Ehrenamts-Expertin der Caritas, hat sich auch das Selbstverständnis der Engagierten geändert. Sie seien heute zunehmend jünger, selbstbewusster und wollten mitbestimmen. Bei der Caritas fänden sie vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Engagement und eine unterstützende Struktur durch Hauptamtliche. „Ein gelingendes Ehrenamt setzt heute voraus, dass die Aktiven dort ihre Wünsche und ihren guten Willen einbringen können, wo sie es für sinnvoll halten. So können Eigen- und Gemeinnutz in Übereinklang gebracht werden", so Geiger-Wahl. Dies gelte auch für die Dauer des Engagements: „Die Zeiten in denen ‚einmal Ehrenamtlicher, immer Ehrenamtlicher‘ galt, sind vorbei. Menschen, die sich heute engagieren, wollen dies in der Regel nur für einen klar bestimmten Zeitraum."

Hintergrund:

Auf dem Ehrenamtskongress präsentieren sich der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Caritas Fils-Neckar-Alb, der Sozialdienst katholischer Frauen, Zukunft Familie – Fachverband Familienpflege und Nachbarschaftshilfe, die Caritas-Konferenzen, der Malteser Hilfsdienst, die Initiative Lebensfaden – Orientierungshilfen zur Christlichen Patientenvorsorge und IN VIA – Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit.

Beim Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart und seinen Mitgliedern engagieren sich rund 33.000 Ehrenamtliche sozial-karitativ.


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