„Wichtig ist der lange Atem“

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Kirchliche Stiftungen und der Vertrauensvorschuss

„Wichtig ist der lange Atem“

 

Kirchliche Stiftungen und der Vertrauensvorschuss

Aus Anlass des fünften Stiftungsforums von Kirche und Diakonie in Baden haben Vertreter beider Institutionen die Bedeutung kirchlicher Stiftungen betont. Volker Erbacher, Geschäftsführer der Stiftung Diakonie Baden sagte im Rahmen einer Pressekonferenz, Kirche und Diakonie hätten Angebote in fast alle gesellschaftlichen Bereiche hinein. Man sei dicht an den Menschen. Die kirchlichen Stiftungen könnten jedem ein für ihn passendes Angebot machen, um über Stiftungen mit dem eigenen Geld anderen Menschen zu helfen.

Torsten Sternberg, Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden, sagte, Kirche habe per se einen Vertrauensvorschuss. Ältere Menschen seien misstrauisch und erwarteten eine Grundehrlichkeit. Auch aus diesen Gründen würden viele Kirche und Diakonie ansprechen, wenn es um die Frage des Vererbens gehe. Außerdem sei Kirche als Institution mehrere hunderten Jahre alt. Hier habe man Vertrauen, dass das Anliegen, Gutes tun zu wollen, verlässlich und vor allem dauerhaft erfüllt werde.

Heide Serra vom Verein Amica in Freiburg berichtete, wie wertvoll die Unterstützung ihrer Arbeit durch Stiftungen sei. Jedes Jahr könne man auch aufgrund dieser Hilfe mehreren hundert Frauen in Krisengebieten in aller Welt zur Seite stehen. So habe die Frauenstiftung GRATIA der Evangelischen Frauen in Baden in den vergangenen drei Jahren nahezu 12.000 Euro gegeben. Mit dem Geld konnte man ein Beratungszentrum im Libanon aufbauen. Hilfe in Krisen- und Kriegsgebieten sei aber nur dann sinnvoll, wenn man einen langen Atem habe und sich darauf verlassen könne, langfristig Unterstützung zu bekommen. Das werde durch die Hilfe von Stiftungen garantiert.

Als schwierig für die Arbeit von Stiftungen sahen alle Beteiligten die anhaltende Niedrigzinsphase an. Nicht mehr in großen Stil Hilfen über Zinserträge finanzieren zu können, sei eine Herausforderung. Pfarrer Torsten Sternberg wies aber darauf hin, dass Stiftungen noch immer eine der besten Möglichkeiten seien, auch mit kleinen Beträgen Großes bewirken zu können. Zudem hätten Stiftungen einen langen Atem, so dass auch diese aktuell schwierige Phase überdauert werden könne.

Sein Kollege Pfarrer Volker Erbacher berichtete, dass immer mehr Menschen Interesse daran hätten, ihr Erbe an Kirche oder Diakonie gehen zu lassen. Es sei ein eindeutiger Trend zu erkennen. Auch hier sehe er die Hintergründe im prinzipiellen Vertrauensverhältnis der Menschen zur Kirche in allen Dingen, die mit Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit zu tun hätten.

Das fünfte Stiftungsforum von Kirche und Diakonie beginnt heute Abend um 17 Uhr. Im Rahmen des Forums werden die Stiftungspreise verliehen. Die Preise gehen an die Frauenstiftung GRATIA, die Stiftung Jubilate in Mannheim und die Stiftung Badische Posaunenarbeit aus Dossenheim. Die Preise sind mit insgesamt 3.500 Euro dotiert.


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