AWO fordert: Sozialwirtschaft aufwerten

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AWO Wahlcountdown Woche 12: Sozialwirtschaft

In knapp einer Woche gilt es, den deutschen Bundestag zu wählen. Heute beginnt die zwölfte und letzte Themenwoche des AWO Wahlcountdowns. In dieser letzten Woche vor der Bundestagswahl dreht sich alles um die Sozialwirtschaft. „Obwohl die Sozialwirtschaft eine der größten Wirtschaftsbranchen im Lande ist, fristet sie ein Schattendasein“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler im Drei-Fragen-Interview der Woche. Als die unmittelbar größten Herausforderungen für die Wohlfahrtsbranche bezeichnet er es, aus der Digitalisierung den bestmöglichen Nutzen zu ziehen und die Einführung von Branchentarifverträgen Soziales.

Für die AWO ist völlig klar, dass soziale Arbeit neu bewertet werden muss. „Soziale Dienstleistungen die Menschen helfen, stabilisieren, pflegen und unterstützen, dürfen nicht länger nur als Kostenfaktor angesehen werden. Sie sind ein enormes Potenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende überzeugt. Die Sozialwirtschaft aufzuwerten, könnte durch die Einführung von Branchentarifverträgen Soziales gelingen. Dazu erklärt Stadler: „In der Sozialbranche gibt es über tausend verschiedene Tarifverträge und arbeitsrechtliche Vereinbarungen. Diese Zersplitterung und dieses Wirrwarr schaden der Branche enorm und gefährden ihre an sich guten Zukunftsaussichten.“

Als eine weitere Herausforderung, die es positiv zu nutzen gilt, bezeichnet Stadler den zunehmenden Technikeinsatz in der Sozialwirtschaft. „Derzeit sind noch keine Roboter in Sicht, die eine gelernte Erzieherin oder einen gelernten Altenpfleger ersetzen könnten“, stellt Stadler klar und erklärt, dass ein zunehmender Technik-Einsatz die Fachkräfte sogar entlasten werde. Sei es durch Hebesysteme in der Pflege oder Assistenzroboter, die den Transport von Wäsche und Essen übernehmen können. Dagegen sieht Stadler es als eine bedenkenswerte Entwicklung an, dass immer mehr Plattformen soziale bzw. haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten. Zum einen arbeiten die Meisten dort selbständig und ohne jede soziale Absicherung. Und zum anderen spielen dort weder Qualifikation, noch Führungszeugnis, noch die Arbeitsqualität eine Rolle. Deshalb fordert Wolfgang Stadler: „Diese Plattformen müssen den gleichen gesetzlichen Regelungen unterliegen, wie niedergelassene Anbieter sozialer Dienstleistungen.“

Im Rahmen ihres Wahlcountdowns hat die AWO jeweils montags 12 Wochen lang durch ein Drei-Fragen-Interview eine Themenwoche eingeleitet. Alle Infos wurden auf der AWO Homepageawo.org und in den Social-Media-Kanälen des AWO Bundesverbandes gestreut. Heute beginnt die zwölfte und letzte  Themenwoche mit dem Thema Sozialwirtschaft.

Alle Drei-Fragen-Interviews auf awo.org:
Woche 12: AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler zum Thema Sozialwirtschaft
Woche 11: Der AWO Präsidenten Wilhelm Schmidt zum Thema Armutsbekämpfung
Woche 10: AWO Bundesvorstandsmitglied Brigitte Döcker zum Thema Pflege
Woche 9: Die Vorsitzende des Bundesjugendwerks der AWO Anna Pfeiffer zum Thema Rassismus und Rechtsradikalismus
Woche 8: AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler zur Bildung und Erziehung
Woche 7: AWO Bundesvorstandsmitglied Brigitte Döcker zum Thema Gesundheit
Woche 6: Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler zum Thema Bürgerschaftliches Engagement
Woche 5: AWO Bundesvorstandsmitglied Brigitte Döcker zum Thema Migration und Flucht
Woche 4: Die Vorsitzende des Bundesjugendwerks der AWO Anna Pfeiffer zum Thema Frauen und Familie
Woche 3: Der AWO Präsidenten Wilhelm Schmidt zum Thema Arbeitsmarktpolitik
Woche 2: Die Vorsitzende des Bundesjugendwerks der AWO Anna Pfeiffer zum Thema Kinder- und Jugendpolitik
Woche 1: Der AWO Präsidenten Wilhelm Schmidt zum Thema Alterssicherung


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