Mehr Drogentote zeigen: Umdenken in der Drogenpolitik notwendig

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Über fünzigtausend Menschen suchen jährlich Hilfe in den landesweiten Suchtberatungs-stellen. Diesen Menschen wird geholfen durch Beratung, Begleitung im Alltag und The-rapie. Diejenigen Menschen, die sich keiner Hilfe anvertrauen wegen ihres Drogenkon-sums, gehen ein hohes Risiko ein. Deshalb versuchen die Suchthilfeeinrichtungen auf allen möglichen Wegen, diese Menschen trotzdem mit Information und „harm reduction“ zu erreichen. Dabei bedeuten neue Stoffe auch neue Herausforderungen. Das ewige „Hase und Igel Spiel“ zwischen Herstellern neuer Substanzen und dem Gesetzgeber, der mit Verbotsregelungen nicht hinterherkommt, führt ins Leere. Zwar spricht einiges für Verbote, aber Drogentote lassen sich damit nicht verhindern.


Drogentote und gravierende somatische Folgeerscheinungen aufgrund „Neuer psychoaktiver Substanzen“ (NPS) – immer wieder fälschlich als „legal highs“ bezeichnet - sind ein Warnzeichen. Politik muss sich bewegen und kann nicht mit den alten Strategien neue Probleme lösen. Die Menschen müssen mit Informationen und einem vertrauensvollen Kontakt in ihren Lebenswelten erreicht werden. Dafür müssen die Sozialarbeiter/innen auf die Straße, zu den Partys, in die Jugendhäuser, in die Schulen und in die Quartiere wo überhäufig Menschen in prekären Verhältnissen leben. Warum Drugchecking (Substanzüberprüfung) bei uns verboten ist, fällt schwer, den Angehörigen der „neuen“ Drogentoten zu erklären. Und „Streetwork im Internet“ gehört auf die politische und fachliche Tagesordnung – ein neues Kapitel, was Polizei und Suchthilfe gemeinsam angehen müssen.
Es gibt wegweisende Projekte wie z.B. TAKE in Stuttgart. Aber wenn solche Konzepte von Jahr zu Jahr bangen müssen um ihre Finanzierung, so ist das kaum nachzuvollziehen.


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